ÜBER ÖSTERREICHISCHE PHILOSOPHIE

Was ist "österreichische Philosophie"?

Als Gegenstand umfassender Dokumentationstätigkeit der FDÖP wird "Österreichische Philosophie" im weiten Sinne als Summe aller einschlägigen Aktivitäten zeitgenössischer PhilosophIinnen in Österreich verstanden. Im Gegensatz dazu versteht sich "Österreichische Philosophie" im engeren Sinne als eine Tradition empirisch-empiristischen Philosophierens mit wissenschaftlicher Einstellung, sprachkritischer Tendenz und antiidealistischer bzw. antimetaphysischer Haltung. Die Wurzeln dieser philosophischen Tradition liegen in der Donaumonarchie des 19. Jahrhunderts und reichen zurück bis zu Bernard BOLZANO. Die zwei Hauptrichtungen der österreichischen Philosophie sind die Schule der deskriptiven Psychologie von Franz BRENTANO (zu der auch die von Alexius MEINONG begründete Grazer Schule der Gegenstandstheorie und Psychologie zählt), und die positivistisch-wissenschaftstheoretisch ausgerichtete naturalistische Philosophie von Ernst MACH, die später im Logischen Ermpirismus des WIENER KREISES ihre Fortsetzung und ihren Höhepunkt fand.

Aufsätze zur Österreichischen Philosophie

Otto NEURATH: "Das Werden des Wiener Kreises und die Zukunft des Empirismus".

Der vorliegende Text aus dem Jahr 1936 wurde in dieser Form noch nicht publiziert. Zunächst wurde die deutsche Originalfassung ins Französische übersetzt und erschien unter dem Titel "Le développement du Cercle de Vienne et l’avenir de l’Empirisme logique" in den Actualités Scientifiques et Industrielles, No. 290 (1936). Die im Band 2 von Otto Neurath: Gesammelte philosophische und methodologische Schriften (Hg. von R. Haller und H. Rutte. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky (1981), S. 673-702) unter dem Titel "Die Entwicklung des Wiener Kreises und die Zukunft des Logischen Empirismus" abgedruckte Fassung ist eine von B. Treschmitzer und H.G. Zilian besorgte Rückübersetzung aus dem Französischen, da die Originalfassung Neuraths als verschollen galt. Bei der Durchsicht des Neurath-Nachlasses am "Rijksarchief in Noord-Holland" (Haarlem) stieß Reinhard Fabian auf das Typoskript, das manuelle Korrekturen in Neuraths Handschrift aufweist. Das Typoskript trägt die Signatur K.9 bzw, die Inventarnummer 193. Die fetten Ziffern, die zwischen "|" stehen, markieren die Paginierung des originalen Typoskripts.

Rudolf HALLER: "Österreichische Philosophie".

In: ders., Studien zur Österreichischen Philosophie. Amsterdam: Rodopi 1979 (= Studien zur Österreichischen Philosophie vol. 1), 5-22.

Rudolf HALLER: "Gibt es eine Österreichische Philosophie?"

In: ders., Fragen zu Wittgenstein und Aufsätze zur Österreichischen Philosophie. Amsterdam: Rodopi 1986 (= Studien zur Österreichischen Philosophie vol. 10), 31-43.


Letzte Bearbeitung: 7.9.1999
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