Otto NEURATH
10. Dezember 1882, Wien – 22. Dezember 1945, Oxford

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Kurzbiographie

Sohn des sozialreformerischen Nationalökonomen Wilhelm Neurath. 1902-5 Studium in Wien, später in Berlin zunächst der Mathematik, dann zunehmend der Ökonomie, Geschichte und Philosophie. 1906 wirtschaftsgeschichtliche Dissertation in Berlin bei Eduard Meyer ("Zur Anschauung der Antike über Handel, Gewerbe und Landwirtschaft"). 1907-17 "Hilfslehrer" an der "Neuen Wiener Handelsakademie". Ab 1914 Militärdienst. 1916 in Wien Tätigkeit in der kriegswirtschaftlichen Sektion des Kriegsministeriums, gleichzeitig Direktor des Kriegswirtschafts-Museums Leipzig. 1917 Habilitation für Politische Ökonomie an der Universität Heidelberg. Nach Kriegsende Mitarbeit in Sozialisierungsprogrammen (besonders in Sachsen); 1919 zunächst im Auftrag der bayerischen Regierung, dann der Räteregierung Präsident des bayerischen Zentralwirtschaftsamtes; nach Zerschlagung der Räterepublik (Mai 1919) in einem Prozeß wegen Beihilfe zum Hochverrat zu eineinhalb Jahren Festungshaft verurteilt; Verlust seiner Privatdozentur. Vorzeitige Entlassung und Abschiebung nach Österreich. In Wien Fortsetzung planwirtschaftlicher Bemühungen im Siedlungs- und Kleingartenverband (Leitung 1921-25). Aus dieser Tätigkeit ging 1925 das Wiener "Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum" hervor, dessen erster Direktor Neurath wurde. Mitglied des "linken Flügels" des Wiener Kreises und Mitverfasser der Programmschrift "Wissenschaftliche Weltauffassung". Innerhalb der Diskussionen des Wiener Krieses Vertreter eines zunehmend pragmatistischen wissenschaftstheoretischen Ansatzes. Er entwickelte die "Wiener Methode der Bildstatistik", heute weltweit verbreitet unter dem Namen "ISOTYPE"; 1934 Flucht vor dem ständestaatlichen Regime nach Den Haag, Leiter der dortigen "International Foundation for Visual Education". 1940 Flucht nach England, um in Oxford seine Arbeiten fortzusetzen.

Werkauswahl


Verzeichnis der Kopien aus dem Nachlaß von
Otto NEURATH an der FDÖP
(R. Fabian)

Der Original-Nachlaß von Otto Neurath wird durch die "Wiener-Kreis-Stichting" (Amsterdam) verwaltet und seit 1992 im "Rijksarchief in Noord-Holland" (Haarlem) verwahrt. Die Korrespondenz sowie der wichtigste Teil der Manuskripte können an der FDÖP auf MIKROFILM eingesehen werden. Das Verzeichnis zu den verfilmten Dokumenten findet sich veröffentlicht in: Encyclopedia and Utopia, ed.by E. Nemeth & F. Stadler (Kluwer 1996), p. 340-355.

 I. Manuskripte

 II. Korrespondenz
Alphabetisches Verzeichnis der Briefautoren:


Letzte Bearbeitung: 28.4.1999
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