EU-PROJEKT MALVINE

Seit Juli 1998 läuft innerhalb des 4. EU-Rahmenprogramms "Telematics for Libraries" das Projekt MALVINE: Manuscripts And Letters Via Integrated Networks in Europe. Die "Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für Österreichische Philosophie" gehört dem Projekt-Konsortium als assoziierter Partner an.

Worum geht es in MALVINE und was hat dieses EU-Projekt mit der Archiv der FDÖP zu tun? Das Ziel von MALVINE ist es, auf neue Weise Zugang zu Manuskripten und Briefen aus den unterschiedlichsten kulturellen Bereichen zu öffnen, die verstreut in ganz Europa in verschiedenen Bibliotheken, Archiven und Dokumentationszentren aufbewahrt werden und so nur schwer aufzufinden und zugänglich sind. Die zentrale Idee von MALVINE besteht nun darin, ein elektronisches Netzwerk von solchen Institutionen aufzubauen, das unabhängig von den lokalen technischen Lösungen ist. Dieses Netzwerk wäre dann über eine Schnittstelle im Internet so zugänglich, als würde es sich dabei um eine homogene vereineinheitlichte Datenbank handeln (solche homogenen Datenbanken sind beispielsweise die nationalen Bibliothekenverbünde). Der Vorteil besteht darin, daß so die lokalen Datenbanken und vor allem auch die lokalen Katalogisierungstraditionen, wie sie sich in den einzelnen Institutionen oft im Laufe der Zeit entwickelt haben, weiterbestehen können. Eine zusätzliche Neuerung besteht außerdem darin, daß die Schnittstelle im Internet (auch OPAC, Open Public Access Catalogue genannt), die über ganz gewöhnlichen Brouwser (Internet Explorer, Netscape etc.) zugänglich ist, in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung steht – zu diesem Zweck wird im Rahmen von MALVINE auch ein mehrsprachiger archivalischer Thesaurus entwickelt. Ein zukünftiger Benutzer wird also mit seinem Brouwser im Internet MALVINE aufsuchen und dort in einer der 7 angebotenen Sprachen seine Suche formulieren; diese Anfrage wird dann mit Hilfe des sogenannten Search Servers auf das Netzwerk der unterschiedlichen lokalen Datenbanken verteilt; die an den unterschiedlichen Plätzen aufgefundenen Nachweise von Manuskripten und Briefen werden dann wieder zentral gesammelt und dem Benutzer sortiert ausgegeben.

Da die FDÖP schon seit vielen Jahren Erfahrung mit der elektronischen bzw. datenbankmäßigen Erfassung von Archivmaterial hat und über dementsprechend umfangreiche Datenbanken verfügt, wurde sie in das MALVINE-Konsortium aufgenommen, um diese Daten für Testzwecke bereitszustellen. Für alle jene, die Interesse an österreichischer Philosophie und ihrer Geschichte haben, bedeutet das, daß die Archiv-Kataloge der FDÖP in Zukunft (das heißt, sobald das Projekt MALVINE abgeschlossen ist) über das Internet online zugänglich sein werden. Aber nicht nur das: da auch die Bestände der anderen MALVINE-Partner* philosophisch relevantes Material enthalten, eröffnet sich den Benutzern eine ganz neue Dimension der Informationssuche.

Das Projekt dauert bis Ende des Jahres 2000. Zur Zeit werden die OPACS eingerichtet und getestet.

*Das MALVINE-Konsortium besteht aus folgenden Partnern:

Dazu kommen noch jene Partner, die die technische Realisierung des Projektes durchführen.


Letzte Bearbeitung: 25.9.1999
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