
Kurzbiographie
Nach dem Besuch des kk. Deutschen Staatsgymansiums am Graben in Prag ab 1890 Studium der Rechtswissenschaften und der Philosphie. Seine philosophischen Lehrer sind Anton Marty und Friedrich Jodl. Durch Marty wird er mit der Philosophie Franz Brentanos bekannt gemacht, die sein weiters (intellektuelles) Leben bestimmen wird. 1893 trifft Kraus erstmals Brentano selbst. 1895 Promotion zum Dr.jur. Ab 1896 Eintritt in die Finanzprokuratur, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen. 1899 Hochzeit mit Bertha Chitz. 1902 Habilitaion an der philosophischen Faultät unter Nachsicht des philosophischen Doktorgrades. Habilitationsschrift: Zur Theorie des Wertes. Eine Bentham-Studie. In dieser Zeit Mitglied des Louvre-Zirkels, der sich um Marty gebildet hatte. 1907 Advokatenprüfung. Der Jude Kraus konvertiert auf Anraten Brentanos zum Protestantismus. 1909 Titel eines außerord. Professors. 1911 Ausscheiden aus der Finanzprokuratur und wirklicher Extraordinarius. 1916 wird Kraus Nachfolger Martys und damit ord. Professor der Philosophie an der Prager deutschen Universität. 1917 letzter Besuch bei Brentano in Zürich. Ab 1922 Beginn der Arbeit an Brentanos Nachlaß. 1931 wird mit finanzieller Hilfe des Präsidenten Masaryk die Prager Brentano Gesellschaft ins Leben gerufen. Kraus ist ihr Leiter. 1934 Vizepräsident des 8. Internationalen Philosophenkongresses. Beim Einmarsch der deutschen Truppen im Prag im März 1939 verhaftet. Nach 6 Wochen Gefängnis kommt Kraus frei und flieht nach Großbritannien. 1941 hält er an der Universität Edinburgh die Gifford-Lectures New Meditations on Mind, God, and His Creation. Im September 1942 stirbt er in Oxford an Krebs.
Letzte Bearbeitung: 29.9.1999
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