Zur Namensform „Weber“

In der Taufurkunde steht „Franciscus Weber“. In seinen Dokumenten (wie z.B. im Reifzeugnis aus dem Jahr 1910, in der Verleihung der Venia Docendi an der Universität Zagreb aus dem Jahr 1920, im Militärmeldungsbogen aus dem Jahr 1921, im Heiratsurkunde aus dem Jahr 1918 und 19441, im Personalausweis aus dem Jahr 1951) findet sich stets „Franc Weber“. In einigen Dokumenten (wie z.B. im Dienstbeschreibungsbogen/Personalblatt, in der Ernennung zum Universitäts-Dozenten an der Universität Ljubljana aus dem Jahr 1920, in der Ernennung zum außerordentlichen und zum ordentlicher Professor aus dem Jahr 1923 und 1929, bei der Entlassung aus dem Universitätsdienst aus dem 1945, im Festsetzungsbescheid der Pensionshöhe)2 ist „Franc Veber“ zu lesen. Während seines Studiums an der Universität Graz 1912–1917 verwendete Weber ausschließlich die Namensform „Franz Weber“ (siehe z.B. Meldungsbogen, Zeugnisse und Seminararbeiten, welche sich in seinem Nachlass befinden). Diese Namensform verwendete er auch in seiner Korrespondenz mit Alexius Meinong, Rudolf Kindiger und anderen sowie in seinen deutschsprachigen Publikationen3 und Vorträgen, welche Weber im Jahr 1954 in Graz gehalten hat. In seinen Veröffentlichungen in slowenischer Sprache verwendete er zunächst die Namensform „France Weber“ (im Jahr 1919 und teilweise im Jahr 1920) und dann von 1920 bis 1939 „France Veber“.4 Die slowenische philosophische Tradition nennt ihn „Veber“, manchmal auch „Weber5.

Seine Namensform betreffend schreibt Weber selbst:

„Bei uns zu Hause haben wir unsere Unterschrift immer mit W geschrieben, wie das auch in der Taufurkunde steht. So habe ich überall amtlich unterzeichnet, auch im Gymnasium, an der Universität Graz und beim Militärdienst. Damit habe ich nicht etwa deutsche Nationalität bekundet, sondern habe ich mich überall als der Slowene bekannt, welcher ich war. So habe ich im Gymnasium wie alle Slowenen die slowenische Abteilung besucht, und als ich beim Infanterieregiment 47 mobilisiert wurde, habe ich mich nicht wie die Deutschen im damaligen Leibnitz gemeldet, sondern wie Slowenen bei den (Kampf-)Einheiten Maisters, von welchen ich wegen des Studiums an der Universität Graz bis Ende des Studiums Urlaub bekommen habe.

Als ich zum Universitätsdozenten ernannt wurde, habe ich unterzeichnet: ,Veber‘, ich bin in dieser Hinsicht dem Vorbild meines väterlichen Freundes, Prof. Dr. Rajko Nachtigall gefolgt, welcher ja mit ,Nahtigal‘ unterzeichnete. Er sagte mir, dass dies den neuen Einstellungsdekreten entsprach, das heißt, den Namen ,Nahtigal‘ in kyrillischer Schrift [zu schreiben]. Das Gleiche gilt auch für mich und ich habe es genauso gemacht“ (Weber in einem Brief an Milan Rakočević, datiert mit Ende September 19666).


Letzte Bearbeitung: Mai 2006
Zurück zum Beginn

Zurück zur Kurzbiographie