Alfred KASTIL
12. Mai 1874, Graz – 20. Juli 1950, Schönbühel an der Donau

Porträt Alfred Kastils aus seinem Nachlass in Schönbühel

Kurzbiographie

Sohn des Bankbeamten Alois Kastil. Mittelschulzeit in Brünn. Im Jahre seiner Matura, 1892, kam er wegen einer Versetzung seines Vaters nach Prag. Studium der Rechtswissenschaft an der Prager Deutschen Universität. Nach Ablegung der ersten Staatsprüfung widmet er sich nur noch der Philosophie. K. hört Vorlesungen bei Anton Marty und Emil Arleth. 1898 Promotion mit einer Arbeit über die "Prinzipien der Aristotelischen Ethik". 1902 Habilitation ("Die Frage nach der Erkenntnis des Guten bei Aristoteles und Thomas von Aquin"). Zeitweise als Erzieher von Giovanni Brentano, dem einzigen Sohn Brentanos, bei diesem in Florenz. Ab 1902 betätigt sich Kastil aus materiellen Gründen auch als Sekretär der "Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen". Ab 1909 als Kollege von Franz Hillebrand ordentlicher Prof. für Philosophie in Innsbruck. Gemeinsam mit Oskar Kraus beginnt er 1917 mit der Arbeit an Franz Brentanos Nachlaß. 1920 stellt er sich in der Innsbrucker "Karl-Kraus-Affäre" (deutschnationale und katholische Studenten protestieren gegen eine Lesung von Kraus) auf die Seite des Schriftstellers. Während der 20iger Jahre entsteht in Innsbruck ein erstes Brentano-Archiv, zu dessen Verwaltung K. auch Ernst Foradori als Mitarbeiter heranzieht. 1933 zieht sich K. aus politischen Gründen vorzeitig aus dem Amt zurück. K. arbeitet zunächst in Wien, nach Kriegsbeginn zunehmend in Schönbühel, an der Edition der Werke Brentanos weiter.

Über Alfred Kastil

Peter Goller: "Alfred Kastil. Loyaler Brentano-Schüler oder Brentano-Epigone?" In: ders., Die Lehrkanzeln für Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck (1848 bis 1945). Innsbruck (1989) (= Veröffentlichungen der Universität Innsbruck Bd. 169), S. 123-151.

Auswahl aus den Publikationen

Herausgeber folgender Werke Franz Brentanos


Der Nachlaß von Alfred Kastil im Schönbüheler Brentano-Haus

Der Nachlaß von Alfred KASTIL (1874–1950) befindet sich in Franz Brentanos ehemaligem Sommerhaus in Schönbühel bei Melk (Wachau). Der Nachlaß hat einen Umfang von mehr als 26.000 Seiten; dazu kommen noch eine wissenschaftliche Bibliothek mit ca. 800 Bänden, eine Zeitschriften- und eine große Separata-Sammlung. Der Nachlaß enthält aber nicht nur die nachgelassenen Werkmanuskripte und Korrespondenzen Alfred Kastils, sondern auch bedeutende Sammlungen von Autographen von Franz BRENTANO, Oskar KRAUS und Anton MARTY.

Der FDÖP war es in den Jahren 2001 bis 2004 möglich, in einem vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank, der Abteilung Kultur und Wissenschaft der Niederösterreichischen Landesregierung sowie der Franz Brentano Foundation (Boston) finanzierten Projekt die Bestände in Schönbühel zu erfassen und zu digitalisieren. Eine Übersicht über die Bestände wird auf dieser website angeboten. Eine pdf-Fassung des Kataloges steht unten zum download bereit. Über die Suchmaschine MALVINE sind die Bestäde in Schönbühel online suchbar. MALVINE bietet auch die Möglichkeit, Kopien von Dokumenten aus Schönbühel in Form von digitalen Faksimile zu bestellen.

Das Haus ist ebenso wie der Nachlaß in Privatbesitz und somit nicht frei zugänglich.

    I.   Zur Geschichte des Brentano-Hauses in Schönbühel

    II.  Bildergalerie

1.   Historische Ansichten des Brentano-Hauses
2.   Franz Brentano in Schönbühel
3.   Alfred Kastil in Schönbühel
4.   Schönbühel heute

    III. Die digitalen Faksimile

    IV. Übersicht über den Gesamt-Nachlaß

Aufgrund des großen Umfanges des Nachlaßverzeichnisses kann hier nur eine Gliederung des Bestandes präsentiert werden. Eine genaue Beschreibung der einzelnen Dokumente finden Sie entweder im Nachlaßkatalog, den Sie als pdf-Datei herunterladen können, oder in der online-Suchmaschine MALVINE.

1.    Hauptnachlaß Alfred KASTIL
2.    Kryptonachlaß Franz BRENTANO
3.    Kryptonachlaß J.C.M. BRENTANO
4.    Kryptonachlaß Oskar KRAUS
5.    Kryptonachlaß Anton MARTY

    V.  Gesamtverzeichnis des Nachlasses von A. Kastil (download)


Bestände an der FDÖP

Vorlesungsaufzeichnungen


Letzte Bearbeitung: September 2004
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